Toleranzmanagement in der Produktentwicklung    
                   

Früher war es die alleinige Aufgabe des Konstrukteurs, seine Toleranzen festzulegen. Er tat das in der Phase der Reinzeichnung nach bestem Wissen und Gewissen. Dies geschah eher intuitiv mittels pauschalen Erfahrungswerten und überhöhten Sicherheitstoleranzen, selten aber systematisch und rechtzeitig genug, um konzeptionelle Änderungen einfließen zu lassen. Die am Ende dieses klassischen Ablaufes stehenden Lieferanten, vertreten durch ihre Messtechnik, wurden vor schwer lösbare Aufgaben gestellt. Deren Bewältigung verursachte häufig Zusatzkosten in der Herstellung, manchmal manipulierte man kurzerhand die Messdatenauswertung. Das durfte nicht so bleiben - nicht nur wegen der Qualitätsoffensive aus Fernost.

Zahlreiche Technologieunternehmen, insbesondere aus der Automobilbranche, haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, Toleranzen in allen Phasen und Bereichen der Produktentwicklung wirkungsvoll zu „managen“. Dabei haben sich Systeme wie Toleranzkettenuntersuchung (TKU), Funktionsmaßkonzept (FMK) oder Referenz­punktsystem (RPS) etabliert, die auch im Rahmen einer Digital Mock-up Strategie genutzt werden können. Während die Kompetenz dieser Werkzeuge und Methoden stetig steigt, gibt es in der Umsetzung oft noch spürbare Defizite und Verständnisprobleme – für uns der Ansatz, tätig zu werden und das Ganze zu strukturieren und transparent in seine Teilgebiete zu zerlegen.

2bruecken „Transparenz ist die Grundlage für Verständnis“
                   
Toleranz vereint produktbezogene Anforderungen mit prozess­bedingten Streuungen und definiert daraus die „Grenze für zulässige und unzulässige Abweichungen“  
             
Management Dem Grundsatz „so eng wie nötig, so weit wie möglich“ folgend dienen Methoden der Toleranz­analyse und -synthese der Erstellung und Optimierung toleranzgeeigneter Konzepte.
                   
Produkt An das Ziel eines „hochwertigen und machbaren“ technischen Produktes ist die prozessdurch­gängige und nachzuweisende Einhaltung aller kundenrelevanten Qualitätsmerkmale geknüpft.      
                   
Entwicklung Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des „Simultaneous Engineering“ bereichsübergreifend in allen Phasen der Toleranzauslegung und der Toleranzverifizierung.